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Raumbildendes System mit eingebautem Change-Management

Kunde:
Lufthansa Industry Solutions
Jahr:
2017
Ort:
Frankfurt am Main
Fotografie:
artis & DHWS

Aufgabe

Lufthansa Industry Solutions arbeitet ganz anders als das Mutterunternehmen. Bei LHIND läuft selten ein Tag komplett nach festgelegtem Plan. Wöchentlich ändern sich Themen und Aufgaben und damit die Teamstrukturen. Office-Layouts mit kleinen Zellenbüros passten einfach nicht zu den Aufgaben bei LHIND.

Weniger vorab planen, mehr on-the-fly anpassen ‑ bei unserem Wachstum eine gute Idee!

Christian Schneider, Lufthansa Industry Solutions

Vorgehen und Learnings

Schon während der ersten fünf Mitarbeiter-Interviews wird klar: Ohne räumliche Flexibilität geht gar nichts. Aber die einfachste Lösung – ein Open-Space-Konzept – ist für niemanden eine Option: zu laut, zu geschäftig.

Den wichtigsten Grund für die Liebe zum Kleinbüro finden wir dank der Interviews: Es ist der Wunsch nach Identität und Individualität. Denn im Kleinbüro bleibt Raum für das Familienbild, den Vereinskalender, den Tischtennis-Turnier-Pokal. Und damit Raum für das Gefühl, selbst zu entscheiden, wie es um einen herum aussieht. Bei einer Clean-Desk-Policy im Open-Space-Konzept, ganz nach CI-Vorgaben, fehlt der Raum für genau dieses Gefühl. Aber wir bohren weiter und finden heraus: Oft schafft auch die Individualität auf Teamebene genau so viel Wohlgefühl.

Lösungsansatz

Grundbaustein des neuen LHIND Workspaces ist ein Raumteilersystem genannt Supergrid. Als Basis dient eine 2,10m hohe weiße Gitterstruktur, die frei im Raum stehen kann. Dieses Gitter kann diverse Elemente wie Whiteboards, Sitzwürfel, Monitore oder einen Kühlschrank aufnehmen.

Die Mitarbeiter können das Supergrid mithilfe eines einfachen Inbus­schlüssels unkompliziert selbst konfigurieren; dabei entstehen eine Vielzahl von Fächern und Flächen, die explizit zum Gestalten, Hinstellen und Aufhängen einladen. Und damit entsteht Raum für Individualität von Einzelnen oder Teams.

Gleichzeitig schluckt das Supergrid Schall und gibt den Teams ein genügend starkes Gefühl der Einheit. Die Sicht bleibt luftig, die Wege innerhalb und zwischen Teams werden kürzer und der Platzbedarf sinkt.

Moral der Geschichte

Es lohnt, den Wunsch nach „Flexibilität“ zweimal zu überdenken. Erstens: In welchen Abständen müssen wir den Raum verändern können? 3 Jahre, Monate, Tage, Stunden oder Minuten? Je nachdem müssen gänzlich andere Dinge veränderlich gehalten werden. Zweitens: Den Verlust welcher Qualitäten fürchten die Mitarbeiter, wenn Befürchtungen über ein neues Office Design aufkeimen? Die gute Nachricht: Beide Punkte lassen sich vergleichsweise einfach lösen – wenn man es nur richtig angeht.